Händleraktionen

Der Aktive fängt den Wurm. Der Lichtcheck, eine Aktion des RadClub Deutschland mit Busch und Müller, dem RadMarkt und der aktiv Radfahren als Partner, gibt dem Fachhandel seit Jahren bewährte Hilfsmittel an die Hand, um zu Beginn der dunklen Jahreszeit für besser sichtbare Radler zu sorgen und Kunden an das Geschäft zu binden. Damit die kostenlose Überprüfung der Lichtanlagen zum erfolgreichen Kundenmagneten wird, sind engagierte Fachhändler gefragt, die die angebotenen Werbemittel aktiv und ideenreich einsetzen. Es braucht keinen teuren Champagner-und-Kaviar-VIP-Event im Verkaufsraum, um Kunden zum Lichtcheck zu locken. Es reicht, sie aktiv anzusprechen. Einer, der das erfolgreich angepackt hat, ist Hans Nöth, Inhaber der Fahrradecke in Ginsheim. Er hat zahlreiche Lichtchecks durchgeführt. Die meisten als Dreingabe zu regulär in Auftrag gegebenen Reparaturen: »Wenn der Kunde nur einen Schlauch wollte, hab ich ihm den Licht-TÜV gleich mit angeboten«, erklärt der 40-Jährige. Jedes überprüfte und für lichtmäßig verkehrssicher befundene Rad hat er mit der Lichtcheck-Plakette gekennzeichnet, einem Aufkleber, den die an der Aktion teilnehmenden Händler zusammen mit weiterem Werbematerial (Flyer, Plakat, Pressemitteilung, Anhänger) über den Großhandel erhalten. So hat sich die Aktion herumgesprochen, und in den Schulklassen seines Einzugsgebiets entwickelte sich ein regelrechter Run auf die Lichtcheck-Plaketten: »Die Kinder waren ganz wild auf die Aufkleber«, berichtet Nöth. 

Außerdem hat Nöth das bereitgestellte Werbeplakat prominent ins Schaufenster gehängt und auf der Website seines Ladens auf den kostenlosen Lichtcheck aufmerksam gemacht, samt Link zu www. fahrrad-lichtcheck.de. So kamen auch Kunden ins Geschäft, die direkt nach den Lichtcheck verlangt haben. Sogar einige, die dadurch erstmals gemerkt haben, dass sie in der Fahrradecke auch Fahrräder reparieren lassen können. »Der Lichtcheck war da quasi eine Eintrittskarte. Wir konnten so manchen auf unsere Werkstatt und unsere Dienstleistungen extra aufmerksam machen. Viele verkaufen ja inzwischen nur und reparieren nicht mehr.« 

Vor allem aber hat Nöth mit dem Lichtcheck die Kunden für das Thema Sicht und Sichtbarkeit sensibilisiert: Den Besitzern der gecheckten Räder hat er den Informationsflyer der Aktion zum Nachlesen in die Hand gedrückt und sie aktiv darauf aufmerksam gemacht, was sich in der Entwicklung der Fahrradleuchten und –dynamos in letzter Zeit getan hat. So hat er den ein oder anderen Kunden animiert, aufzurüsten – zum Beispiel auf Beleuchtung mit Standlichtfunktion – und dadurch seinen Beleuchtungsumsatz um 30 bis 40 Prozent erhöht, schätzt er. Und auch andere Produkte – etwa Reifen mit Reflexstreifen – gingen besser dank der Lichtcheck-Infos als Kaufanreiz. 

Auch jetzt ist Nöth wieder von der Partie. Vielleicht, so überlegt er, schafft er diesmal noch einen witzigen Hingucker in seinem Laden: ein Fahrrad, das er mit allen möglichen Beleuchtungskomponenten ausstattet. So ein Anschauungs- und Anfass-Objekt hat er vergangenes Jahr bei einem Kollegen gesehen und fand es eine gute Idee. Timo Schriegel, Inhaber von Zweirad-Teile Schriegel in Emmerthal, hat es ähnlich angefangen wie sein Kollege Nöth: Hinweis mit Link auf der Website, Poster prominent am Laden plakatiert und vor allem Lichtcheck als kostenloses Extra mit Stempel und Plakette zu jeder Reparatur. »Das ist bei den Kunden gut angekommen, dass ich Ihnen dann sagen konnte: Wir haben noch den Lichtcheck gemacht! Eben nicht nur den Standard«, berichtet der 27-Jährige. So haben er und sein Mitarbeiter um die 90 Lichtchecks durchgeführt und waren damit gut ausgelastet. Die Lichtcheck-Ergebnisse hat der junge Meister dann als Steilvorlage für ein Gespräch über die Beleuchtung genutzt. Mehr als die Hälfte der Kunden habe sich daraufhin für hochwertigere LED-Lampen entschieden, weil sie zu der Überzeugung gekommen seien, dass 10 Lux doch zu wenig sind, zumal sie mit dem Rad ein halbes Jahr lang tagtäglich im Dunkeln zur Arbeit radeln. Auch dass ein Nabendynamo im Vergleich zu den Seitenläufern einiges an Zuverlässigkeit bringt, konnte er dem ein oder anderen Kunden deutlich und damit sein Aktionsangebot schmackhaft machen, das er eigens zum Lichtcheck ausgelobt hatte: Umrüstung auf Nabendynamo (mit einfacher Lampe) komplett für 110 Euro. Durch den Lichtcheck seien die Kunden schneller bereit gewesen, darauf einzusteigen. 

Michael Roggendorf von der Fahrradwerkstatt Sülz in Köln hat beim Lichtcheck gute Erfahrungen mit einem Kundenstopper vor der Ladentür gemacht: Den Aufsteller hat er mit dem großen Plakat zur Aktion bestückt und im integrierten Prospekthalter noch zum Mitnehmen die Flyer zur Aktion platziert: »Fast jeder, der vorbeikam, hat sich die beguckt«, sagt der 62-jährige. Zusammen mit einer Anzeige im »Kölner Wochenspiegel«, in der er zum kostenlosen Lichtcheck aufgerufen hat, hat ihm das um die 40 Lichtchecks eingebracht. »Und danach haben doch einige Kunden ihre Lichtanlagen erneuern und verbessern lassen.« Andere Händler haben im vergangenen Jahr auch zum Beispiel Kundenmailings eingesetzt oder mit Schulen und Polizei zusammengearbeitet, die vielerorts zu Beginn der dunklen Jahreszeit umfangreiche Beleuchtungskontrollen macht. Aktiv werden lohnt sich 

Lichtcheck 2011
Timo Schriegel freut sich auf einen erfolgreichen Lichtcheck: Beim letzten Mal hat er den Lichtcheck als Gratis-Extra zu jeder Reparatur geliefert und die Nabendynamo-Umrüstung zum Aktionspreis angeboten.

Text: Verena Ziese
Foto: privat



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